Verstopfung: Die 8 besten Tipps, wie du sie endlich los wirst - ohne Abführmittel

Woran erkennt man, dass jemand Verstopfung hat?

 

Am Bücherregal in seiner Toilette.

 

Das war gemein, ich weiß.

 

Aber es ist so, dass man viel Zeit auf der Toilette verbringt, wenn nichts weitergeht. Manche nehmen tatsächlich die Tageszeitung mit aufs Klo. Bis sie mit ihrem Geschäft fertig sind, ist die Zeitung ausgelesen.

 

Ist das normal? Ich glaube eher nicht.

 

Dass man sich beim Entleeren Zeit nimmt, versteht sich. Alles andere wäre ja ungesund.

 

Aber nach einer angemessenen Zeit am Klo muss Schluss sein.

 

 

Wie sieht’s bei dir aus? Hast du auch längere Sitzungen am stillen Örtchen?

 

Wenn ja, ist dieser Artikel vielleicht interessant für dich.

 

Wann handelt es sich um Verstopfung?

Wann handelt es sich überhaupt um Verstopfung? Wenn du nicht täglich auf die Toilette musst? Oder bei einem Stuhlgang die Woche? Da gehen die Meinungen auseinander.

 

Es gibt hier keine feste Regel. Die Menschen und deren Lebensgewohnheiten sind individuell. So sind auch die Anzahl der Darmentleerungen individuell verschieden. Ideal wären Stuhlgänge, die ungefähr der Anzahl der Mahlzeiten entsprechen.

 

Von Verstopfung (oder fachsprachlich: Obstipation) reden Experten, wenn man weniger als dreimal die Woche Stuhlgang hat. Der Stuhl ist meist hart und kann nur mit Mühe ausgeschieden werden. Oft verbleibt das Gefühl, seinen Darm nicht zur Gänze entleert zu haben.

 

Anders gesagt, verstopfungsfrei ist man, wenn man (un)regelmäßig Stuhl hat und der Stuhl eine wohlgeformte, wurstartige Konsistenz hat, der fast von selber rausflutscht.

Warum entsteht Verstopfung überhaupt?

Die häufigste Ursache einer Verstopfung ist unser heutiger Lebenswandel. Dieser ist geprägt von Bewegungslosigkeit und ballaststoffarmer Ernährung: zu viele verarbeitete Nahrungsmittel, zu viel Zucker und Fett, zu wenig Wasser.

 

Auch Krankheiten begünstigen Verstopfung, wie zum Beispiel Reizdarmsyndrom, Darmschwäche, Ausstülpungen (Divertikel) oder Darmkrebs. Vielfach sind Medikamente Grund einer Verstopfung.

 

Nicht zu unterschätzen ist der psychische Einfluss auf den Darm. Manche Menschen reagieren auf psychische Belastungen, Stress und unregelmäßigem Lebensalltag mit Verstopfung. Oder sie unterdrücken den Stuhldrang immer wieder, weil er zu einer unpassenden Zeit auftritt oder sie keine öffentlichen Toiletten benutzen möchten.

 

Du siehst, die Ursachen sind vielfältig.

 

Ein Arztbesuch ist jedenfalls nötig, wenn eine Verstopfung akut auftritt oder sich Blut im Stuhl befindet.

 

Die folgenden Tipps helfen dir, deine Verstopfung loszuwerden:

Tipp # 1: Ballaststoffe

Klar, Ballaststoffe! Jeder hat schon davon gehört. Doch was ist das genau und wo findet man sie?

 

Ballaststoffe sind Stoffe, meist Kohlenhydrate, die unverdaulich sind. Ballaststoffe werden, da sie im Dünndarm nicht verdaut werden, an den Dickdarm weitergeleitet. Dort nutzen sie Darmbakterien entweder als Nahrung (lösliche Ballaststoffe) oder sie werden unverändert ausgeschieden (unlösliche Ballaststoffe).

 

Gute Ballaststoffquellen sind zum Beispiel Salate, Gemüse, Beeren, Früchte, Leinsaat, Sesam, Nüsse, Kokosnüsse, Sprossen (auch Sprossen aus Getreide und Hülsenfrüchten) und so genanntes Pseudogetreide (Buchweizen, Amaranth, Quinoa).

 

Lein- und Flohsamen sind – in Wasser eingeweicht – eine hervorragende Ballaststoffquelle. Zu jedem Löffel Lein- oder Flohsamen trink bitte ein großes Glas Wasser dazu. Trinkst du zu wenig Wasser, verstärkt das die Verstopfung und kann zu ernsthaften Problemen führen. Zusammen mit viel Wasser sind Lein- und Flohsamen eines der besten Darmreinigungsmittel überhaupt.

Tipp # 2: Bestimmte Lebensmittel

Dieser Tipp passt gut zu Tipp # 1. Alle diese Lebensmittel enthalten gute Ballaststoffe.

 

Pflaumen oder Pflaumensaft: Am besten sind (neben der SHARE-Pflaume natürlich :-)) getrocknete und ungeschwefelte Dörrpflaumen aus dem Naturkostladen. Weiche die Pflaumen über Nacht in Wasser ein. Am nächsten Morgen isst du die Pflaume und trinkst das Einweichwasser auf nüchternem Magen. Fange aber mit sehr kleinen Mengen an und steigere die Dosis langsam.

 

Sehr lecker schmeckt die Kombination mit Ingwer: entsteine die Pflaume und gib sie gemeinsam mit dem Einweichwasser und etwas Ingwer in einen Mixer. Das desinfiziert Magen und Darm, vertreibt Parasiten, stärkt das Immunsystem, verhindert Blähungen und belebt. Auch diesen Pflaumenshake trinkst du auf nüchternen Magen.

 

Trockenfeigen: Getrocknete Feigen enthalten lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Also eine wertvolle Nahrungsquelle für unsere guten Darmbakterien. Genieße Trockenfeigen am besten entweder eingeweicht oder zusammen mit viel Wasser.

 

Wassermelonen: besitzen abführende Eigenschaften, wenn du sie auf nüchternen Magen isst.

 

Floh- und Leinsamen: siehe Tipp # 1

 

Konjakpulver: Konjak ist eine asiatische Wurzel, die sehr viele Vorteile für die Gesundheit hat. Sie ist sehr ballaststoffreich und senkt zu hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte. Sie hat kaum Kalorien und macht schnell satt, so ist sie eine hervorragende Hilfe beim Abnehmen. Konjak gibt es als Pulver, Kapseln und sogar als Nudeln. Trinke sehr viel Wasser (2 bis 2 ½ Liter über den Tag verteilt), wenn du Konjak einnimmst.

 

Obst und Gemüse: Diese sind reich an Ballaststoffen und sollten daher jeden Tag am Speiseplan stehen.

 

Vollkornprodukte: Vollkornprodukte sind ebenfalls reich an Ballaststoffen, die die Darmtätigkeit anregen. Allerdings kann Vollkorn auch Blähungen auslösen, vor allem zu viel davon. Gewöhne daher deinen Darm langsam an die Vollkornkost. Stelle nur schrittweise von Weißbrot auf Vollkornbrot um. Beginne mit kleinen Mengen und beobachte, ob du es verträgst. Iss kein frisches Brot, sondern lass es einen Tag ruhen, es wird dadurch verträglicher. Auch toasten erhöht die Bekömmlichkeit.

Tipp # 3: Wasser

Der Mensch besteht zu mindestens 70 Prozent aus Wasser. Alle Abläufe im Körper werden durch Wasser überhaupt erst möglich gemacht. So sorgt Wasser unter anderem auch für eine gute Verdauung. Nur mit ausreichend Wasser quellen Ballaststoffe und machen den Stuhl gleitfähig. Der Darm wird befeuchtet und erleichtert  den Stuhlgang.

 

Fehlt Wasser, kommt es zu einer Verstopfung. Der Darm zieht mehr Wasser aus dem Nahrungsbrei. Die Folge ist, dass der Stuhl härter wird.

 

Trink mindestens zwei Liter Wasser pro Tag. Mit Wasser meine ich reines, kohlensäurefreies Wasser. Nimm Wasser am besten zimmerwarm (20 bis 22 Grad) zu dir. Zu kaltes Wasser irritiert der Magen und stoppt die Magensäureproduktion.

Tipp # 4: Magnesium

Magnesium ist ein Allrounder in unserem Körper. Es ist an zahlreichen Funktionen und Stoffwechselprozessen beteiligt. Ein Mangel an Magnesium kann zu vielfachen Fehlfunktionen und Fehlreaktionen führen und damit zahllose Symptome auslösen. Viele dieser Symptome bringt man oft nicht mit chronischem Magnesiummangel in Verbindung.

 

Magnesium und Kalium sind wichtig für die Muskeltätigkeit, so auch für die Peristaltik des Darms. Ein Magnesium- und Kaliummangel kann also Verstopfung begünstigen.

 

Magnesium ist in nahezu allen Gemüsearten, Früchten, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Pseudogetreide etc. enthalten. Wenn du schon viele dieser Nahrungsmittel zu dir nimmst, hast du mit Verstopfung oder Magnesiummangel ohnehin kein Problem.

 

Falls doch, kannst du zwei- oder dreimal über den Tag verteilt jeweils eine Messerspitze Magnesium (am besten Magnesiumcitrat – bekommst du in deiner Apotheke) in ein Glas Wasser rühren und trinken.

 

Doch Vorsicht: eine zu große Dosis Magnesium begünstigt Durchfall.

 

Wenn du Medikamente einnimmst, halte einen zwei- bis dreistündigen Abstand ein, da Magnesium die Wirksamkeit des Medikaments beeinträchtigen kann.

Tipp # 5: Probiotika und Präbiotika

Bei Verstopfung mangelt es mitunter an guten Darmbakterien (Bifidobakterien und Lactobacillen) im Dickdarm.

 

Probiotika sind Nahrungsergänzungsmittel, die vermehrungsfähige gute Darmbakterien enthalten. Man führt also Darmbakterien von außen zu, damit sich diese im Darm ansiedeln. Sie helfen, die Darmflora wieder aufzubauen. Sie sollten bei einer Antibiotika-Therapie immer mit eingesetzt werden, um größeren Schaden an der Darmflora zu vermeiden.

 

Um festzustellen, ob und welche guten Darmbakterien fehlen, empfiehlt sich eine Stuhldiagnostik machen zu lassen. Aufgrund der Bakterienzusammensetzung entscheidet der Arzt oder Therapeut, welches Präparat am besten für den Darmflora-Aufbau geeignet ist.

 

Präbiotika sind die Nahrung für die vorhandenen Darmbakterien. Es handelt sich um pflanzliche Substanzen, die für uns unverdaulich sind, zum Beispiel lösliche Ballaststoffe (Inulin, Pektin, Fructooligosaccharide aus Früchten und Gemüse).

 

Daher ist es so wichtig, täglich Ballaststoffe zu uns zu nehmen, damit unsere guten Darmbakterien etwas zu futtern haben. Also nochmal: täglich Obst und Gemüse auf den Speiseplan!

Tipp # 6: Gewohnheit

Mit Gewohnheit meine ich nicht, sich regelmäßig zur gleichen Zeit auf die Toilette zu setzen und zu pressen, ob nun was rauskommt oder nicht.

 

Vielmehr geht es darum, den Stuhldrang nicht zu unterdrücken.

 

Viele Menschen verkneifen den Stuhldrang aus Zeitmangel, Faulheit oder weil es an passenden Örtlichkeiten mangelt. Das ist jedoch verheerend.

 

Unsere Gesundheit hängt maßgeblich davon ab, ob und wie oft wir unseren „Müll raustragen“.

 

Gewöhne dir daher an, beim Anzeichen von Stuhldrang sofort die Toilette aufzusuchen.

 

Zur Gewohnheit gehört auch, feste Essenszeiten einzuhalten. Regelmäßig eingenommene Mahlzeiten fördern eine normale Verdauungstätigkeit.

Tipp # 7: Bewegung

Ja, wer hätte das gedacht! Insgeheim wissen wir es eh alle: Bewegungsmangel verursacht einen trägen Darm und fördert damit Verstopfung. Besonders der Darm leidet unter Bewegungsmangel. Je weniger du dich bewegst, desto langsamer arbeitet dein Darm.

 

Unser Körper ist für Bewegung gemacht. Regelmäßiger Sport kurbelt also nicht nur die Darmtätigkeit an, sondern der ganze Körper funktioniert einwandfreier. Die Organe werden besser durchblutet, der Zellstoffwechsel angeregt, das Herz und gekräftigt, die Psyche gestärkt.

 

Integriere also Bewegung in deinen täglichen Arbeitsablauf.

 

Auch Bauchmassagen sind hilfreich. Massiere mehrmals täglich deinen Bauch im Uhrzeigersinn rund um den Nabel. Wechsle zwischen sanften Streichen und kräftigen Kneten ab. Du wirst nach kurzer Zeit merken, dass sich dein Darm bemerkbar macht.

Tipp # 8: Entspannung

Eine der vielen Ursachen für Verstopfung ist eine psychische Belastung oder Dauerstress. Wir befinden uns permanent im „Flucht-Kampf-Modus“. Der Körper schüttet ständig Stresshormone aus und braucht all seine Energie fürs „Überleben“. Dabei kommt die Verdauung einfach zu kurz.

 

Yoga, Meditation oder einfach öfter mal aktives Nichtstun hilft, die Stresshormone wieder abzubauen und die Verdauung zu normalisieren.

 

Besonders regelmäßiges Yoga wirkt wahre Wunder, Yoga ist Bewegung und Entspannung gleichermaßen. Viele Yogaübungen bewegen das Becken und versorgen unseren Körper mit Sauerstoff und Energie.

 

Wichtig ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, auch mal Fünf gerade sein zu lassen. Bring mehr Gelassenheit in dein Leben. Sag vor allem auch ab und zu „Nein“. Schütze dich vor Energievampiren, Menschen, die dir deine wertvolle Energie rauben.

Wenn trotz allem nichts hilft

Manchmal kommt es vor, dass alle Tricks der Welt nicht helfen, den Darm zum Entleeren zu bringen.

 

Wenn du trotz Ernährungsumstellung, Bewegung und Entspannung noch immer Verstopfung hast – vor allem wenn sie plötzlich kommt oder ungewöhnlich lange dauert - kann die Ursache auch eine ernsthafte Erkrankung sein. Daher in solchen Fällen zuerst zum Arzt und Krankheiten ausschließen!

 

Wenn alles nichts hilft, ist der Grund vermutlich psychischer Natur.

 

Vielleicht willst du unbewusst „nichts hergeben“, bist unfähig „loszulassen“ oder du hast etwas „noch nicht fertig verdaut“. Bist du angespannt, unruhig, seelisch unausgeglichen? Spannungen im seelischen Bereich zeichnen sich entsprechend in einer Verkrampfung des Darmgebietes ab.

 

Fahnde nach der Ursache. Wenn du dein Problem löst, reguliert sich die Darmtätigkeit wieder von selbst.

Warum Abführmittel keine Lösung sind

Ich empfehle keine Abführmittel.

 

Dabei ist es egal, ob es sich um Tabletten, Tee oder Kaffee handelt.

 

Warum?

 

Ein Abführmittel ist ein sicherer Weg, um eine Verstopfung zu verschlimmern und chronisch zu machen. Mit einem Abführmittel ist für kurze Zeit nur das Symptom beseitigt, aber nicht die Ursache. Wenn du das Abführmittel wieder absetzt und die Ursache, zum Beispiel Ernährungsfehler, nicht behoben hast, wird die Verstopfung erneut auftreten.

 

Der Darm wird durch Abführmittel arbeitslos. Diese regen die Peristaltik (Darmbewegungen) an und führen so eine künstlich erzwungene und verfrühte Entleerung herbei. Der Darm gewöhnt sich schnell an die stetige Stimulation und strengt sich nicht mehr selbst an. Er erschlafft mehr und mehr.

 

Abführmittel sind auch noch auf eine andere Art und Weise nachteilig. Jahrelang eingenommen, können Reizzustände am After entstehen. Diese äußern sich in Ausschlägen, Einrissen, Blutungen und Hämorrhoiden.

 

Behandle eine akute Verstopfung lieber mit einem Einlauf, bevor du unüberlegt zu Abführmitteln greifst. Ein Einlauf wirkt sofort und hat keinerlei schädliche Nebenwirkungen. Ein Einlauf reinigt außerdem die Darmwände und regt die Darmperistaltik an.

Fazit:

Um das Problem Verstopfung in den Griff zu bekommen, ist jedenfalls ein ganzheitliches Ernährungskonzept empfehlenswert: Analyse der Ernährungsgewohnheiten, eine effektive Darmsanierung und Umstellung der Ernährung auf naturbelassene Lebensmitteln mit hohem Anteil an Faserstoffen. Und vor allem: Bewegung und Entspannung.

 

Dann kannst du getrost deine Bibliothek am Klo wieder ins Wohnzimmer verlegen. ;-)

 

 

 

Erzähl mir deine Geschichte. Hast du noch weitere Tipps, die Verstopfung beseitigen? Was hat dir geholfen?

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Rahel (Donnerstag, 16 August 2018 09:42)

    Cool erklärt!
    Es ist selten, dass wer dieses "tabu"-thema so offen und wahrheitsgemäß anspricht.

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